„Ich darf nicht hinein“ – Schwere Zeiten für das männliche Geschlecht

„Ich darf nicht hinein“ – Schwere Zeiten für das männliche Geschlecht

Von Werbeagentur BANGS , am 20.09.2012

Frauen sehen gerne gut aus. Frauen sind gerne perfekt gestylt. Frauen haben Freude an schönen Dingen. Und vor allem: Frauen lieben Einkaufen. Fällt Ihnen etwas auf? Richtig: Laute alte, einfallslose Hüte, die wir eigentlich schon längst für begraben hielten. Aber die Errungenschaften der Emanzipation sind an der Werbewelt leider spurlos vorübergegangen. Anstatt mit Klischees zu brechen, werden diese endlos weitertransportiert. Die neueste Werbeaktion eines bekannten St. Pöltner Einkaufszentrums lässt Männer Böses ahnen: Sind sie zukünftig in Shopping-Centers nicht mehr erwünscht?

 

Auf den verschiedensten Werbeträgern in St. Pölten prangt derzeit die Botschaft “Shoppen, so wie ich es mag” unter dem Bild einer elegant gekleideten Frau inmitten von Einkaufstaschen. Ihr Outfit verrät, dass sie eindeutig nicht Brot und Milch gekauft hat, sondern eher schicke Accessoires wie das funkelnde Diamanten-Armband an ihrem Handgelenk, Designer-Sonnenbrillen oder die neuesten Schuhmodelle. Eben solche Dinge, die fürs Überleben nicht unbedingt notwendig sind, die aber den Alltag verschönern und dem Aussehen zugute kommen. Das ist natürlich ihr gutes Recht, ich als Mann frage mich allerdings doch, warum das Shoppengehen wieder einmal als Frauensache deklariert wird. In Zeiten der Forderung nach Gleichberechtigung fühle ich mich auf kränkende Weise ausgeschlossen! Auch ich habe Spaß an Einkaufsbummeln, fürchte aber, dass ich mich bald schon dafür genieren muss. Von uns Männern wird offenbar erwartet, dass wir uns in der Freizeit ausschließlich in Baumärkten und Bierzelten herumtreiben, während moderne, schicke Einkaufszentren, in denen man Kleidung, Schmuck und Accessoires erwerben kann, den Frauen vorbehalten sind. Mit wachsender Besorgnis muss ich mitansehen, dass immer mehr Modegeschäfte ausschließlich Frauenbekleidung anbieten! Was soll unter solchen Umständen aus dem männlichen Geschlecht werden? Will man uns etwa im Sinne Torbergs zu unattraktiven Rüpeln degradieren, die ohnehin nicht schöner zu sein brauchen als Affen?

 

Genauso wie die elegante Dame auf dem Werbeplakat möchte auch ich als Mann dazu berechtigt sein, Shopping nicht nur als nützliche, sondern auch als vergnügliche Angelegenheit zu betreiben. Männerfeindliche Werbebotschaften wie die oben zitierte, die zum zehntausendsten Mal ein kulturell konstruiertes Geschlechterbild bedienen, haben im 21. Jahrhundert nichts mehr verloren! Sogar an den Fenstern der Wiener U-Bahnen wurde schon vor einigen Jahren die Frau, die ein Kleinkind auf ihrem Schoß hält, gegen einen Mann ausgetauscht, um das Klischee „Kindererziehung ist Frauensache“ zu durchbrechen. Gehen wir also einen Schritt weiter und gestehen wir auch den Männern das Recht zu, modisch zu sein und sich nach harter Arbeit mit Shoppingtouren zu belohnen!

 

Der neuen Geschäftsführerin des besagten Einkaufszentrums empfehle ich, nicht ausschließlich für weibliche Kunden zu werben! Schließlich sind wir Männer ebenfalls eine kaufwillige Klientel, die sich durch sexistische Werbung wie die hier besprochene im Traisenpark nicht willkommen fühlt

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